Jahreskreisfeste
Feste feiern ...
Acht Feste hat mein Jahr. Seit ich zum ersten Mal von den Jahreskreisfesten gelesen habe, bin ich fasziniert. Und feiere sie mit bleibender Begeisterung.
Mit diesen acht Festen haben die Kelten und andere vorchristliche europäische Stämme ihr Jahr strukturiert. Dabei folgten sie dem Kreislauf der Sonne, den Rhythmen des Mondes und den Saat- und Erntezeiten der Feldfrüchte.
Einige Feste kennen wir heute noch, weil die christlichen Feste auf den gleichen Zeitpunkt gelegt wurden. Ein Beispiel: Vom 24. bis 26. Dezember wird heutzutage Jesus` Geburt gefeiert, das nennen wir Weihnachten. Um den 21. Dezember herum wurde vorher die Wintersonnenwende gefeiert – die Neugeburt des Sonnengottes.
Wenn man die Vorstellung eines Gottes weglässt, feiert man den Zeitpunkt im Jahr, an dem die Sonne einen neuen Lauf beginnt. Wenn´s endlich nach einer langen dunklen Zeit wieder heller wird.
... im Jahreskreis
Mit gefällt dieser Jahreskreis so gut, weil ich ihn nachvollziehen kann. Ich muss nichts blind glauben. Den roten Faden, die Struktur des Jahres und den Verlauf der Jahreszeiten kann ich logisch verfolgen: Im Winter ist Ruhezeit für Feld und Wald, im Frühjahr erwacht alles. Im Sommer kann die Lebenslust überschäumen und im Herbst kehrt wieder Ruhe ein.
Der Kreislauf von Werden und Vergehen.
In diesen Rhythmen können wir Menschen auch heute leben. Auch in den Lebensumständen einer Großstadt kann ich im Winter etwas kürzer treten, innehalten, nach innen gehen. Mich im Frühjahr ganz bewusst an zunehmendem Sonnenlicht und Wärme erfreuen. Im Sommer die üppige Vielfalt der Farben und Formen genießen. Im Herbst immer wieder aufs Neue die End-lichkeit akzeptieren und Abschied nehmen.
Welches Fest zu welchem Zeitpunkt?
Die Zeitpunkte der Sonnenfeste verschieben sich in den Jahren um ein bis zwei Tage. Am einfachsten machst du es dir mit einem Blick in den Kalender: Steht dort „Winteranfang“, ist das der Tag der Wintersonnenwende. Dasselbe gilt im Sommer und zu den Tagundnachtgleichen im Frühjahr und Herbst – der Tag, der als Beginn der jeweiligen kalendarischen Jahreszeit angegeben wird, den kannst du zum Feiern nutzen.
Die Mondfeste werden heute zu festgelegten Tagen gefeiert. Ursprünglich war es jeweils der soundsovielte Vollmond nach oder vor einem bestimmte Zeitpunkt im Jahr. Diese Festtage waren also viel beweglicher. Die Leute hatten aber auch den Mond besser im Blick und wussten, den wievielten Vollmomd sie gerade erleben. Du kannst es dir wie ich einfach machen und die festgelegten Tage nutzen.
Sonnenfeste, Mondfeste und ihre Themen
Irgendwo hörte ich einmal die Legende: Die Germanen hätten die Sonnenfeste gefeiert und die Kelten die Mondfeste. Als sie miteinander in Kontakt kamen, beschlossen sie, diese Feste alle zu einem Jahreskreis zu vereinen.
Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Es wäre eine gute Erklärung dafür, dass jeweils ein Sonnen- und ein Mondfest das gleiche Thema und eine ähnliche Ausrichtung haben.
- Wintersonnenwende und Lichtmess: Besinnung, Zunehmendes Licht
- Frühlingstagundnachtgleiche und Beltane: Das Erwachen in der Natur
- Sommersonnenwende und Schnitterfest: Fruchtbarkeit, Fülle, erster Abschied
- Herbsttagundnachtgleiche und Halloween: Abnehmendes Licht, Ernte, Innenschau
Die Feste fügen sich zusammen zu einem stimmigen Kreis. Ich beginne das Jahr mit der Wintersonnenwende. Zu diesem Zeitpunkt wird die Sonne neu geboren … und mit ihr ein neuer Jahreskreis, den ich einfach und logisch nachvollziehen kann. Machst du mit?
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Die Feste im Überblick.
- Wintersonnenwende – Jul – um den 21.Dezember herum – Sonnenfest.
- Lichtmess – Imbolc – am 2. Februar – Mondfest.
- Frühlingstagundnachtgleiche – Ostara – um den 21. März herum – Sonnenfest.
- Walpurgis – Beltane – am 30. April – Mondfest.
- Sommersonnenwende – Litha – um den 21. Juni herum – Sonnenfest.
- Schnitterfest – Lugnasadh/Lammas – am 2. August – Mondfest.
- Herbsttagundnachtgleiche – Mabon – um den 21. September herum – Sonnenfest.
- Halloween – Samhain – am 31. Oktober – Mondfest.
… und wieder von vorne …
Der Kreis beginnt von Neuem
Nach Halloween kommt wieder die Wintersonnenwende. Der Kreis beginnt wieder von Neuem … oder ein neuer Kreis beginnt … in beiden Sichtweisen gibt es kein Ende.
Wenn wir dem Rhythmus der Lebendigkeit folgen, brauchen wir nicht mit dem Leben zu kämpfen, müssen es nicht kontrollieren oder beherrschen. Dann können wir mit dem Leben tanzen.
